Marion Raab war froh, dass auf der Langdistanz durchs Riesengebirge keine Stockpflicht galt.

Bergläuferin Marion Raab ist ohne Erwartungen zur Berglauf-WM nach Tschechien gereist – und kehrt als dreimalige Mannschaftsweltmeisterin zurück.

Rheinpfalz 29. Juni 2026  Michael Elig 

Diesen Erfolg hätten selbst die größten Optimisten nicht für möglich gehalten. Die 52-jährige Contwigerin ist bei ihrem Berglauf-WM-Debüt von Freitag bis Sonntag in allen Wettbewerben angetreten.

Am Freitag, beim mit 851 Höhenmeter gespickten „Uphill Race“ über 7,79 Kilometer, überläuft sie in 1:02:19 Stunden die Ziellinie. „Ich habe erst gar nicht realisiert, dass ich Mannschaftsgold gewonnen habe“, erzählt sie. Der Hauensteiner Marko Martin habe ihr das im Ziel souffliert. „,Ab diesem Zeitpunkt habe ich erst realisiert, was wir geschafft haben“, sagt Raab. Zusammen mit den beiden Baden-Württembergerinnen Tanja Saretzki aus Waldshut-Tiengen von der LG Hohenfels und Pamela Veith vom TSV Kusterdingen bekommt sie die Goldmedaille im Berglauf der Frauen der Altersklasse der über 50-Jährigen umgehängt. „Ein ganz besonderer Moment, wenn du auf dem Podest stehst, und es erklingt die deutsche Nationalhymne“, erzählt die Contwigerin. Der 51-jährige Martin hat seinen größten sportlichen Erfolg mit zweimal Mannschaftsgold und einmal Mannschaftsbronze erlaufen.

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Die Mannschaftsweltmeisterinnen des »Uphill-Race« in Tschechien bei den über 50-Jährigen (von links):

Pamela Veith aus Kusterdingen, Tanja Saretzki aus Waldshut-Tiengen und Marion Raab aus Contwig.Foto: Diana Elig

 Steil, bergig und extrem

Das Rennen beschreibt Raab als „sehr hart“. Es sei nicht vergleichbar mit Bergläufen im Pfälzerwald oder Schwarzwald. „Steiler, bergiger, extremer“, bringt sie die Anforderungen auf einen Nenner. Beim Start nachmittags um 14 Uhr zeigt das Thermometer 31 Grad an. Die Wettkampfstrecke sei anspruchsvoller gewesen als die Langdistanz am Samstag.

Mein Fokus galt auch dem ersten Rennen“, stellt Raab fest.

Die Langdistanz am Samstag, Start ist um 9 Uhr, über 22,17 Kilometer, gespickt mit 1332 Höhenmetern, geht Raab gemächlicher an. „Ich merke die Strapazen vom Vortag in den Beinen“, merkt sie an. Die meisten Höhenmeter sind im ersten Abschnitt zu bewältigen und ganz am Ende bei einem steilen Abstieg bis ins Ziel. Es geht über Skipisten und schmale Pfade, anfangs noch bei erträglichen Temperaturen. Am Ende ist es wieder sehr heiß mit deutlich über 30 Grad. „Stockpflicht besteht nicht“, freut sich Raab, die alle drei Läufe ohne die Hilfsmittel absolviert, im Gegensatz zu vielen anderen Teilnehmern, die mit Stöcken auf die Strecke gehen. „Beim Bergablaufen habe ich die Höhenmeter schon deutlich in den Waden gespürt“, resümiert sie. Nach 2:18:42 Stunden überquert Raab als Altersklassen-Fünfte und als Mannschaftsweltmeisterin zum zweiten Mal an zwei Tagen die Ziellinie.

Über Skipisten und Gräben

Eindrücke, die du als Läuferin nicht so schnell vergisst“, beschreibt sie ihre Gefühlslage. Zusammen mit Pamela Veith und Simone Raatz aus Karlsruhe (ASC Darmstadt) erlaufen sie auf der Langdistanz Mannschaftsgold. Die Frage nach einem Start beim abschießenden „Up-Downhill“ am Samstag verneint Raab im Ziel zunächst. „Ich weiß nicht, ob das die Beinmuskulatur noch mitmacht“, zweifelt sie. Doch die Zweifel sind schnell überwunden. Sie steht auch am Sonntag beim abschließenden „Up-Downhill“ hinter der Startlinie. Raab finisht nach 8,94 Kilometern mit 594 Höhenmetern in 57:33 Minuten, wird Gesamt-37. und Altersklassensiebte. Das war das dritte Mannschaftsgold am dritten Tag. „Die Strecke war technisch schwer, mit Passagen über Skipisten inklusive losem Gras und Gräben“, berichtet sie.

Mit der gesamten deutschen Delegation von rund 100 Läuferinnen und Läufern klingt die WM-Atmosphäre nach der Abschlussveranstaltung mit einem gemeinsamen Essen und Erfahrungsaustausch aus, bevor es am Montag nach Hause ging – mit drei Goldmedaillen im Gepäck.